Da isser wieder …

der Allag. Es ging alles unglaublich schnell. Und schon war ich wieder mittendrin im Trott, in der Hektik in den Mittagspausen in denen man schnell ein Brötchen verdrückt, weil das letzte Meeting länger gedauert hat und das nächste gleich anfängt. Einerseits mag ich den Gegensatz zwischen den Kreativen Dingen, die ich zuhause tue und dem "usual business" irgendwie. Manchmal ist es aber auch schwierig die Balance zu halten und abends noch die Energie für die anderen Dinge aufzubringen. Ich bin auch leider nicht der Mensch, der mit vier Stunden Schlaf pro Nacht auskommt. – Im Gegenteil, gerade in den Wintermonaten bin ich ein echtes Murmeltier. Also versuche ich meine Kreativzeit immer irgendwo dazwischen zu bauen und wenn ich eben morgens bei meiner Tasse Kaffee noch schnell wenigstens ein paar Reihen stricke, etwas zuschneide oder noch irgendwo etwas annähe. Irgendwie geht es, denn ohne das, ginge es gar nicht.

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Wer kennt Schutzengel mit Zuständigkeit: Handarbeiten?

Mir fiele vielleicht gerade noch "Hestia" (eine griechische Göttin) ein, die ist zumindest für Heim und Herd zuständig. – Wie dem auch sei. Irgendeine höhere Macht hat mir jedenfalls bei der Herstellung dieses Schals ganz tüchtig beigestanden. So dermaßen dämlich, wie ich mich dabei angstellt habe, grenzt es tatsächlich an ein Wunder, dass am Ende genau das dabei herauskam, was ich mir vorgestellt hatte. Das ging nicht mit Rechten Dingen zu. Im Wahn von "ich will das jetzt unbedingt" machen, war mal wieder die Schere (bzw. der Rollschneider) schneller als das Gehirn. DSC02920 Das führte dazu, dass ich die gestückelten Teile aus dem Fischgrätstoff in exakt der Schalbreite einfach in unregelmäßigen Winkeln zugeschnitten habe. Wenn man das Endprodukt denkt, eigentlich logisch. Blöde wird es dann, wenn man den Schal wieder zusammensetzen will. Durch die verschiedenen Winkel wird es ungeheuer schwierig, die Außenkanten wieder gerade zu bekommen, irgendwie die Richtung (geradeaus halt) beizubehalten und darauf zu achten, dass bei sehr steilen Winkeln genug Stoff an der Kante bleibt. Wenigstens hatte ich bei den Baumwollteilen genug zum nachträglichen Abschneiden überstehen lassen. Aller Dusseligkeit zum Trotz, sah’s dann hinterher trotzdem so aus: DSC02922 Wenn also jemand auch so einen Schal machen möchte, dem sei also geraten, die Stoffe für die zusammengesetzte Seite deutlich breiter zu lassen und alles hinterher abzuschneiden oder sich aber vorher einfach einen Papierschnitt anzufertigen, dabei spart man auch Stoff (obwohl sich die kleinen Reste natürlich prima verwerten lassen). Und ich merk mir jetzt endlich mal: Erst Hirn einschalten und dann schneiden! Und falls jemand den o. g. Schutzgeist tatsächlich näher kennt, bitte Bescheid geben, ich wollt‘ mich noch bedanken.

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Die Sache mit der Namensgebung

Es ist schon manchmal schwierig genug, sich immer wieder neue Farben einfallen zu lassen. Die Sache mit den Namen ist noch mal eine ganz Andere! Manchmal wäre es wirklich einfacher "Standardfarben" zu haben, da muss man sich nicht darüber auch noch ständig Gedanken machen. Aber so ist’s nun mal nicht und geht auch bei meiner Färbemethode nur extrem eingeschränkt. Also her mit den Namen! Manchmal ist es ganz einfach, da weiß ich es schon beim Färben – oder zuminest glaube ich es zu wissen. Nach dem Trocknen und umwickeln ist es mir auch schon passiert, dass ein Strang einfach nach einem anderen Namen aussah. Manchmal habe ich auch das betreffende Objekt beim Färben direkt vor der Nase, z. B. eine duftende englische Kletterrose, der blühende Magnolienbaum der Nachbarn oder die Ranunkeln in meinem Blumenkasten. – Also auch einfach. Ja und manchmal. Da sitze ich vor meinem Rechner und will ein Produkt anlegen, um das Shopupdate zu machen und starre einen Strang an und der will einfach nicht irgendwie heißen. Oft passiert mir das sogar mit den Strängen, die ich besonders schön finde. Und wenn ich dann finde: "Jahh du siehst aus wie – Froschkonzert – stelle ich fest, dass ich das offenbar bei einer anderen Färbung schon mal fand. Nicht so einfach die Sache, sage ich Euch. Da ich ja gerade, wie ich schon erzählt habe, Garne für einen amerikanischen Shop färbe, habe ich mir auch darüber so meine Gedanken gemacht, heute beim Färben und warten beim Fixieren. Ich habe ja oft englische Namen, einfach so, weil sie mir so einfallen, deutsche natürlich, manchmal auch spanische oder französische, wenn der Strang einfach spanisch ausschaut. (Nicht was ihr denkt! Ich meine natürlich temperamantvoll – "Higo" klingt doch auch viel besser als "Feige" oder???) Na jedenfalls habe ich so vor mich hinsinniert und mich gefragt, ob unsere amerikanischen Strickfreunde lieber englische Namen mögen oder , weils ja irgendwie exotischer ist und die Garne aus Deutschland kommen, lieber deutsche. Und beinahe sooofort sind mir lauter klangvolle Namen eingefallen, die ich noch gar nicht hatte: "Sachsehäuser Bersch", "Ebbelwoibembelscher", "Zuggerschnuut" … any further suggestions? :)

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Eine nicht ganz untypische Konversation

Mensch gegenüber: "Ach und Sie haben also einen eigenen Online-Shop?" Ich: "Ja." Mensch gegenüber: "Und was verkaufen Sie da so?" Ich: "Handgefärbte Garne." Verständnisloser Gesichtsausdruck beim Gegenüber und ich helfe ein wenig nach. "Wolle, handgefärbte Wolle, Wollstränge …" Die Augenbrauen meines Gegenübers ziehen sich in die Höhe. "Ach und so etwas wird gekauft?" Ich denke kurz an das letzte Shopupdate und sage: "Jah, ich kann mich nicht beschweren, eigentlich mehr, als ich herstellen kann." Die Augenbrauen meines Gegenübers gehen noch mehr in die Höhe und ich beginne mich zu fragen, wann Sie wohl den Hinterkopf erreicht haben werden. "Ach, ist ja interessant!" (Ich glaube ihm nicht so ganz) "Und was machen die Leute dann damit, die sowas kaufen?" Ich: "Stricken hauptsächlich, manchmal sicher auch Weben, aber hauptsächich stricken, denke ich. Socken zum Beispiel." (Ich bin ja hilfsbereit und versuche gleich Anschauugsmaterial mitzuliefern.) Mensch gegenüber: "Wirklich?" (Die Augenbrauen … ihr wisst schon.) "Und SOWAS wird heute noch gemacht?" Ich: "Ja, sehr viel mehr als manche glauben." (Ich überlege kurz ob ich zu weiteren Erklärungen ansetzen soll.) Mensch gegenüber: "Aber Socken stricken! Ich dachte, das hat man nur während des Krieges gemacht. Heute kriegt man die doch überall so günstig zu kaufen und selbstgestrickete Socken – igitt – die müssen doch schrecklich kratzen …." "Was machen Sie eigentlich in Ihrem RICHTIGEN Beruf?" Ich: "Marketing" Mensch gegenüber: "Ach!? Na das passt ja so üüüberhaupt nicht!" An dieser Stelle entscheide ich meist, ob ich meinen Gegenüber für "therapierbar" halte, oder ob ich gerade keine Lust habe. Oft ist sogar ersteres der Fall. Aber jedes mal frage ich mich hinterher, ob Leute, die "Malerei" als ihr Hobby nennen auch ständig gefragt werden, warum sie denn eigentlich noch selbst malen, wo es doch so schöne, günstige Kunstdrucke bei IKEA zu kaufen gibt.

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FOs zwischen Färbeküche und Nähmaschine

Im Augenblick bin ich schwer damit beschäftigt eine (für meine Verhältnisse) größere Lieferung für Jen (www.woolgirl.com) zu färben. 75 Stränge sind keine Kleinigkeit, wenn man für einen einzelnen Strang relativ viel Zeit benötigt und ich hätte ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass ich so lange brauche und das, obwohl ich gerade Urlaub habe. Das ist auch der Grund, warum ich allen weiteren Wholesale-Anfragen vermutlich absagen muss. Ich bin einfach nicht in der Lage so große Mengen zu färben und ich will schließlich meinen eigenen Shop nicht vernachlässigen. So lange das Schneeschaf nebenberuflich färbt ist mehr einfach nicht drin, auch wenn mir das Herz blutet. Schließlich würde man ja gerne möglichst alle zufrieden machen. Bloß am Ende ist man selbst nicht mehr zufrieden, weil man einfach immer nur hinterherhechelt und das kann es nicht sein. Also lieber kürzer treten und dafür richtig machen und den Spaß dabei nicht verlieren. Und wenn dann manche muffelig sind, weil ich einfach nicht mehr machen kann, dann muss ich halt damit leben. So aber nun zu den FOs, die ich beim Hin- und Herrennen zwischen Färbeküche und Nähmaschine zustande gebracht habe. Alle kann ich nicht zeigen, weil auch schon Weihnachtsgeschenkiges dabei ist, aber ein paar Testobjekte (schließlich will die Stickeinheit mal ausgetestet werden) habe ich fotografiert. Hausschuhe0000 Ein paar warme Hausschuhe, für die kalte Winterzeit. (Anleitung und Muster aus "Tildas Haus") und ratet mal wo der Stoff her ist. ;o)) DSC02899  DSC02901 Ein Nadelmäppchen, weil’s so schön nostalgisch ist. (Anleitung auch von Tilda …) DSC02906 Eine Shopper-Tasche als Geburtstagsgeschenk für die Mutti meines Freundes (Schnitt diesmal nicht von Tilda sondern vom Schneeschaf.) DSC02904 DSC02902 Und dazu noch ein "Box-Täschlein" für Kleinkram, weil man in so einer großen Tasche ja sonst gar nichts mehr findet. Die Anleitung war ursprünglich von Drago(knit)fly, ich konnte mich allerdings nicht überwinden, die Nähte innen so zu belassen, wie in der ursprünglichen Anleitung. Also habe ich das Futter separat genäht und von Hand an der Reißverschlusskante (von außen unsichtbar) angenäht. Ich habe mich nach ca. 3 cm für diese Idee verflucht, habe dann aber daran gedacht dass a) … es Frauen gibt, die ganze Decken von Hand quilten und ich doch wohl in der Lage sein werde bei so einem kleinen Täschchen … b) meine Mutter mich vermutlich enterbt, wenn sie die Ursprungsfassung sieht (ihr müsst verstehen, dass ist gegen die Berufsehre). Und da habe mich zusammengerissen.

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Gescheites Handwerkszeuch

"Wenn man gescheit schaffen will, braucht man gescheites Handwerkszeuch." … meinte meine Großtante immer und meine Großtante war eine clevere Frau. Bei ihr bezog sich die Aussage in der Hauptsache auf Gartengerätschaften aber was für Spaten und "Krabbe" (hessisch für eine Art Hacke) gilt, gilt genauso auch für Küchengerät und sonstiges Werkzeug. Wenn es ein Utensil gibt über das ich mich in meinem bisherigen Handwerks- Bastel- Handarbeitsleben am allermeisten geärgert habe, dann waren das grauslige Stoffscheren. Es gibt kaum etwas schrecklicheres als eine Stoffschere, die den Stoff gerade mal mit ihrem hinteren Drittel schneidet (wenn es gut geht) und den Rest mit ihren vorderen zwei Dritteln einklemmt. (Und: JA! Ich benutze Stoffscheren grundsätzlich nur für Stoff!) Dieses Problem gehört nun für ein und allemal der düsteren Vergangenheit an. Denn seit ein paar Tagen befinde ich mich im Besitz eines wahren Schatzes, einem Rolls Royce unter den Stoffscheren (hieß es in der Beschreibung). gingher Schere (1) Eine Stoffschere der Firma "Gingher". "Rattenscharf" würde ich sagen. Sie schneidet durch jeden Stoff, auch in mehreren Lagen, wie Butter. Ein solches Gerät hatte ich noch nie in der Hand und auch meine Mutter hat gestaunt – und das als gelernte Näherin. Und weil es besonders toll ist, wenn Dinge, die wahnsinnig gut funktionieren auch noch hübsch sind, habe ich hier eine "Limited Edition" mit "Blimmelscher" (hessisch für Blümchen) auf dem Griff. gingher Schere

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Für die Liste …

Näh- und sonstige Handarbeitsbücher kann man ja eigentlich nie genug haben. Dieses hier ist ein Weiteres, das man durchaus seiner Sammlung hinzufügen sollte. Manchen mag der Stil ein wenig zu verspielt sein und tatsächlich fühlt man sich beim Durchblättern des Buches ein klein wenig "überwältigt". Wenn man allerdings ein wenig Vorstellungskraft besitzt und sich manche Projekte z. B. aus anderen Stoffen vorstellen kann, findet man sehr schnell heraus, dass dort einiges für die To-Do- und Weihnachtsbastelgeschenkliste zu finden ist. Außerdem ist wohl kaum jemand komplett so eingerichtet. Ich persönlich mag ohnehin etwas romantisch- verspielte Sachen ganz gerne. Tilda_Titel In den nächsten Tagen habe ich noch einiges an Nähbüchern nachzutragen. Und eigentlich x Beiträge, die ich noch schreiben wollte. Die Buchmesse hat mich da etwas zurückgeworfen. Aber nun habe ich glücklicherweise etwas frei und kann mich um meine Färberei und alle Sachen kümmern, die ich ohnehin die ganze Zeit schon machen wollte.

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Buchmesse

Der erste Messetag ist geschafft und meine Füße fühlen sich an, als wären es Schwimmflossen – sehr platt und sehr groß. Genau genommen fühle ich mich etwas wie ein Frosch, denn von den Klimaanlagen in den Messehallen habe ich immer das Gefühl ich kriege Glubschaugen und meine Stimme hört sich nach gefühlten 48 Stunden reden vermutlich auch mehr wie ein Quaken an. Aber sonst ist alles fein. Nein ehrlich, das war nun wirklich nicht ironisch gemeint. Es war ein guter Tag mit vielen guten Gesprächen und es hat alles geklappt. Keine größeren Pannen, nur der übliche Wahnsinn und alle Kollegen waren gut drauf. Man ist halt einfach völlig geplättet. Ich hatte vorhin kurz den Fehler begangen, mich an meinen Küchentisch zu setzen und wäre beinahe sitzend dort eingeratzt. Ich hatte einfach keine Lust mehr aufzustehen. Ich weiß wirklich nicht, wie manche Leute das machen, danach noch auf irgendwelche Messepartys loszuziehen. Man müsste mich vermutlich am nächsten Morgen mit einer Sackkarre auf den Messestand transportieren. Das einzige was manchmal wirlich etwas nervig ist, sind Fragen nach anderen Ausstellern, Veranstaltungen, Wegen, Messehallen und dergleichen. Sobald man auf einem Messestand ist, ist man automatisch auch "die Auskunft". Dabei ist man selbst derjenige, der von dem ganzen Drumherum nun überhaupt nichts mitbekommt. Man schleicht morgens vor Beginn durch irgendeinen Halleneingang (den man sich verzweifelt zu merken versucht, um nach Messeende die grobe Richtung irgendeiner Haltestelle irgendeines öffentlichen Verkehrsmittels zu erahnen) und schleicht später wieder von dannen. "Nein, ich habe keine Ahnung wo das Forum der vereinigten Feuerwehrbuchautoren ist. Ich weiß gerade mal, wo ich hier am Messestand einen Kaffee kriege und wo das nächste Klo ist. Ansonsten habe ich im Umkreis von achteinhalb Metern um den Messestand noch nichts gesehen. Und ich weiß leider wirklich nicht, wann ganau Pierre Brice am Messestand des xy-Verlages seine Memoiren signiert, und ob man dort eine Friedenspfeife mit ihm rauchen kann, weil ich grade nicht mal mehr weiß, ob es hell oder dunkel ist draußen." In diesem Sinne: Auf zur nächsten Runde, Nerven bewahren und morgen noch ein Fußbad besorgen.

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Zufrieden

Ich mag es, wenn ich nach einem solchen Färbewochenende alle Strängchen, hübsch zurecht gemacht, vor mir aufreihen kann. Da kann man richtig schön sehen, was man so geschafft hat. Die meisten Stränge waren schon verkauft, bevor ich auch nur das letzte Etikett dran hatte. Das macht mich mich natürlich happy und der Anblick der versammelten Pracht einfach nur … zufrieden. Färbewochenende 7.100002

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