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"Guck' mal die Spinnt!"

Jeder der schon mal irgendwo in der Öffentlichkeit mit Spinnrad oder Handspindel zugange war kennt diesen, meist von Gekicher gefolgten, Satz zu genüge. Mir macht das nichts aus, er ist einfach nur nicht sonderlich originell und die fast ebenso unorigingelle Standard-Antwort. „Ja stimmt, und bei mir kommt sogar etwas dabei heraus.“ Folgt auch schon halbautomatisch. Dicht gefolgt in den Sprüche-Charts ist dieser übrigens von der Feststellung gesetzterer Herren gegenüber der Angetrauten. „Du kannst das auch ohne Rad.“ Und den Fragen: „Können Sie auch Stroh zu Gold spinnen?“ oder „Woran hat Dornröschen sich gestochen?“ Lustig fand ich gestern auch den Satz einer Mutter zu Ihrer kleinen Tochter: „Guck mal, eine Prinzessin.“ Ein wenig sehr weit her geholt, oder? Oder muss ich jetzt in Zukunft all meine Spinnkolleginnen mit „Eure königliche Hoheit“ ansprechen? Jedenfalls kann ich solche Dinge sehr gelassen über mich ergehen lassen, meistens finde ich sie ohnehin einfach nur amüsant. Ein wenig genervt war ich allerdings, als ein älterer Herr meinte, mir in den voll laufenden Spinnflügel greifen zu müssen, offenbar um zu provozieren, dass mir der Faden reißt, nachdem er sich natürlich vorher erkundigte „Und was machen Sie dann?“ Er hat von meinem treuen Schacht ordentlich eines auf die Finger bekommen. Geschieht ihm recht. Wer in diesem Alter immer noch derartig schlecht erzogen ist, dem gehört einfach was auf die Finger. Insgesamt hat mir der Tag viel Spaß gemacht, die vielen Kinder und all die Leute, die ganz fasziniert vom Spinnen waren, viele interessierte Fragen, manchmal leicht wehmütige Blicke und die Erklärung, man könne sich noch erinnern, wie die Großmutter immer am Spinnrad saß. Manchmal habe ich den Eindruck die Leute sehnen sich ein wenig die „alten Zeiten“ herbei in denen das Leben weniger technisiert und langsamer war – natürlich auch härter, aber das wird in leicht verklärter Romantik ganz gerne mal übersehen. So habe ich also den Nachmittag gestern verbracht: P1010444

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Minimalsewing

Minimalsewing Na gut, also wenn ich schon so direkt danach gefragt werde, werde ich mal damit rausrücken: Natürlich wird meine heißgeliebte Nähmaschine gebührend gewürdigt und genutzt. Wenn auch natürlich nicht ganz so oft, wie ich es gerne hätte. Komplett fertig ist von den größeren Sachen noch nix aber ein schöner Rock steht quasi kurz vor der Fertigstellung. Jetzt muss ich aber färbetechnisch erst mal Sonderrunden drehen und schaffe es am Wochenende vermutlich nicht, ihn fertig zu machen. (Mal davon Abgesehen, dass ich bei meiner Mum im Badezimmer Löcher zuspachtel und Streichputz an Decke und Wänden verteilen muss.) Eine Kleinigkeit habe ich schon zu zeigen. Sogar eine, die mir sehr gut gefällt, nur ist sie so profan, dass ich mich kaum traue das zu posten. Ich  Zu nähen gibt es daran nämlich kaum etwas. Andererseits sind ja manchmal die simpelsten Sachen die besten. Tischläufer (2)
    Ja genau! Das ist ein Tischläufer. Und der besteht im Grunde aus nichts anderem aus zwei ziemlich billigen Geschirrtüchern, die an der kurzen Seite zusammengenäht werden. Platt liegend einfach mit einem Zierstich zum Beispiel. Meiner hier schaut aus, wie gestickter Kreuzstich, aber natürlich tut es auch ein einfacher Zickzackstich. Dann entlang der Naht einfach einige Wäscheknöpfe aufnähen. Fertig. Einfach extrem simpel, aber ich finde es schön. I*ea ist z. B. eine sehr gute Geschirrtuchquelle. Und wenn die weißen Wäscheknöpfe partout nicht passen wollen – wobei die sind natürlich die echten Klassiker – kann man sie sicher ganz einfach einfärben. Perlmuttknöpfe machen sich aber sicher auch hervorragend. Tischläufer (1)       Meine Näh- respektive Stickmaschine hat mir dann noch etwas schönes draufgestickt. – So muss man das wirklich formulieren. Der Text wird am Computer getippt, auf eine Karte gespeichert und die Karte wandert dann in die Maschine. Die zu bestickende Stelle wird mit Stickvlies hinterlegt und in einen Rahmen gespannt. Weißes Baumwollgarn einlegen, Knöpfchen drücken und Kaffee kochen gehen. ;o)Tischläufer           Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, das ich Wäscheknöpfe einfach schön finde? Sie sind so… adrett. 😉

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Kunsthandwerkermarkt am 30.08. in Langen

Auch wenn man es nicht recht glauben mag, ich kann mich noch recht gut an die Förderstufe erinnern (ja das gab es noch zu meiner Zeit). Ich hatte dort als Schulfach tatsächlich noch Handarbeiten (nein ich bin noch nicht sooooo alt) und auch wenn ich heute flammende Reden für die Erhaltung bzw. Neubelebung dieses Schulfaches halten würde, habe ich keine exakte Erinnerung mehr daran, wie ich das damals empfunden habe. Nähen fand ich, glaube ich, spannend und ich war auch dem Stricken nicht wirklich abgeneigt. Von einem zündenden Funken, der meine Leidenschaft für Handarbeit entzündet hätte, kann ich allerdings nicht berichten – so leid es mir tut. Ich glaube ich hatte zu dieser Zeit mehr damit zu tun, mich von den damals völlig unmodischen, im Winter allerdings schön warmen und praktischen Cordhosen zu emanzipieren und meiner Mutter klar zu machen, dass Röhrenjeans das einzig wahre und in der Schule tragbare Kleidungsstück ist. – Wie auch immer, ich schweife ab.
Meine damalige Handarbeits- und Werklehrerin wohnt nicht allzu weit entfernt von mir (Luftlinie 500m). Auch außerhalb der Schule war sie schon immer sehr engagiert was Kunsthandwerk anging und hat viele Kurse, Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen in ihrem „Werkhof im Torbogen“ organisiert. Und jetzt schließt sich der Kreis. Langen feiert 125 Jahre Stadtjubiläum und im Werkhof gibt es dazu einen Kunsthandwerkermarkt und die pubertierende Schülerin von einst ist bekehrt. Ich habe mich sehr gefreut, als Frau Schürrlein mich fragte, ob ich nicht auch bei der Ausstellung mitmachen wolle. – Wolle genau das Stichwort! ;o) Ich rücke also mit meinem Spinnrad an (oder mit beiden) und mache ein wenig „Demospinnen“, was ich sehr gerne tue. Nicht weil ich eine so begnadete Spinnerin wäre, beileibe nicht. Ich freue mich nur immer wieder darüber, welche Faszination dieses alte Handwerk auf andere Menschen ausübt.
Eigentlich soll ich auch meine handgefärbten Garne dort verkaufen. Irgendwie klar, eigentlich sollte ich das sogar hauptsächlich tun. Allein – mir fehlt der Glaube – nein das Garn! Ich bin ehrlich gesagt ziemlich blank, was meinen Vorrat an fertig Gefärbtem angeht. Schlechte Planung könnte man mir vorwerfen, zurecht. Und vielleicht hatte ich irrsinniger weise in meiner unnachahmlich naiven Art angenommen, ich könnte ja dann was aus dem Shop abzweigen. Aber noch mag ich nicht die Flinte ins Korn und das Knäuel an die Wand werfen. Nu werde ich wohl Nachtschichten einlegen müssen. Zumal es natürlich sinnig wäre gleich eine große Menge zu färben und auf dem umgekehrten Wege gleich etwas für das nächste Update abzuzweigen. Okay, der 30. August ist noch ein wenig hin und vielleicht erbarmt sich ein herrenloser Hauself auf, der eine unglaubliche Leidenschaft für das Wollewickeln hegt. Er kriegt auch anschließend eine Socke und damit die Freiheit von mir geschenkt.
Vielleicht hat jemand Lust vorbei zu kommen? Hier dazu noch ein Beitrag aus der Offenbach Post.

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Das Ende der Sommerpause

Drei Wochen Urlaub war ein Luxus mit dem wir in diesem Jahr gar nicht gerechnet hatten. Wir hatten unsere freien Tage eigentlich für den Innenausbau unseres „Häuschens“ aufgespart und als uns klar wurde „das wird dieses Jahr nix mehr“ haben wir spontan beschlossen – jetzt noch mal so richtig. Wir sind zwar viel herumgefahren und haben Sachen für unser Haus ausgespäht, eine Woche allerdings waren wir in Andalusien und haben für unsere Verhältnisse superfaul in der Sonne herumgelegen. Und weil ein Urlaub ohne das obligatorische Sonnenuntergangsbild kein richtiger Urlaub wäre …. Hier ist es: P1010370 Spätestens hier wird einem klar, dass man an der Costa de la luz Urlaub macht! Wir haben die Woche wirklich sehr genossen. Sogar die Temperaturen waren, entgegen aller Befürchtungen recht angenehm, es wehte immer eine frische Brise vom Meer her. Das Meer war schön und der Wellengang im Atlantik ist schon etwas bewegender als die mittelmeerige Plätscherei. P1010343 Der Strand war wunderschön und keineswegs überlaufen und natürlich haben wir eine Menge Muscheln, Steine mit Löchern und vom Sand matt geschliffenes „Meerglas“ mit nach Hause gebracht. Daraus wird demnächst ein Gartenmobile. Leider hat der Atlantik ein Stückchen Treibholz ausgespuckt, damit ich auch eine Aufhängung dafür habe. Darum muss ich mir jetzt noch etwas anderes einfallen lassen.   Am letzten Wochenende gab es dann das erste schneeschafige Update nach der Sommerpause und gerade eben ist ein guter Teil davon schon wieder für den Versand verpackt. Manchmal schmachte ich ja selbst ein wenig, auch wenn ich im Augenblick viel zu wenig Zeit zum Stricken habe. P1010428 Der beste Wollwickler und -verpacker von allen und mein persönlicher Manager ist allerdings relativ gnadenlos was diese Fragen angeht und haut mir immer höchstpersönlich auf die Finger, wenn ich einen der schönen Stränge beiseite schaffen will. „Die kommen alle in den Shop“ lautet der strenge Kommentar und alles Geschniefe nutzt nichts. Was will man machen, das Finanzcontrolling hat halt meistens Recht und für die emotionale Leidenschaftlichkeit der Produzenten nur eine leicht gehobene Augenbraue übrig.

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