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Wunder der Technik

Also – lacht mich jetzt bitte nicht aus – manchmal finde ich meine Nähmaschine schon ein wenig scary. Man gewöhnt sich ja irgendwann an das atemberaubende Sticheln, wenn das Höllengerät mit dem Sticken beschäftigt ist, aber es sind so die kleinen Dinge, die mich immer wieder in stilles Staunen versetzen. Das Teil näht doch tatsächlich sogar Knöpfe an. P1010652 In echt jetzt! P1010656 Oder sagt mal, bin ich nur einfach von hinter dem Mond, dass mich so was noch wundert?

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Respektprojekt–Der Blazer

Ich nähe schneller, als ich blogge. Das klingt auf den ersten Blick sehr merkwürdig, liegt aber an meiner etwas chronischen “Fotografierunlust”, die mich vor allem dann befällt, wenn es darum geht die fraglichen Kleidungsstücke an der Produzentin höchstselbst im Bilde festzuhalten. Das ist auch der Grund, warum hier noch zwei sehr hübsche Hosen hängen, die ich euch eigentlich gerne zeigen würde.  – Mathilde, meine Schneiderpuppe, muss ja in solchen Fällen (wenn Frau Diva sich für den Fototermin unpässlich und zu schlecht frisiert fühlt) immer herhalten. Mein “Fotodouble” sozusagen. Für Hosen ist die Dame jedoch – wie soll ich sagen – anatomisch ungeeignet. Ihr Standfuß ist schlich im Wege und natürlich auch mittig angebracht, sodass er nicht einfach in einem Hosenbein verschwinden kann, würde sehr seltsam aussehen, vermute ich mal. So bleiben die beiden Hosen wohl noch eine Weile hier am Schrank hängen, bis mir etwas eingefallen ist, oder bis ich in Posierlaune bin (letzteres kann dauern). Mit dem neuen Blazer ist das allerdings viel einfacher. Im Nachhinein weiß ich eigentlich gar nicht mehr, warum ich solchen Respekt davor hatte einen Blazer zu nähen. Das ist zugegebenermaßen kein Eintagesprojet, alleine die vielen Einzelteile machen einen ganz meschugge. Und der Futterstoff erst! Ich hatte ja bereits erwähnt, das mich dieses glitschige Zeug immer ganz nervös macht, aber natürlich gehört so ein Blazer komplett und ordentlich gefüttert. Letztendendes ist es wie bei vielen Projekten, die man nicht gleich am Anfang so richtig überblickt: Erst mal Hirn ausschalten und einfach stupide machen, was in der Anleitung steht. Dann klappt’s auch:   P1010588 Die Lichtverhältnisse lassen den Stoff wieder etwas faltiger erscheinen, als er in Wirklichkeit ist, vielleicht hätte ich aber auch noch mal ordentlicher bügeln sollen. Richtig schwierig fand ich nur das Einsetzen der Ärmel. Die Verteilung der Weite oben an der Ärmelkugel ist mir nicht so gut gelungen und ich fand es ziemlich pfriemelig. Außerdem war ich VIEL zu vorsichtig mit den Schulterpolstern. Ich hatte beim Kauf im Geiste so eine Art 80er-Horrorszenario vor Augen und habe die kleinsten und zartesten Pölsterchen gekauft, die ich finden konnte. Das war ein Fehler! Die Schultern bzw. die Ärmel oben brauchen diese Polster, sonst dellern die Armkugeln ein. Das sieht jetzt bei Mathilde natürlich besonders extrem aus, da ihre Schultern ohnehin … also ich will jetzt nicht sagen, sie hätte keine …. ähmmm … sie sind sehr schmal, an mir sitzen die Ärmel glücklicherweise besser. Das Modell ist aus der Burda 07/2010 (Nr. 119) Und folgende Hose habe ich aus dem gleichen Stoff dazu genäht:   image   image   Der Schnitt ist prima für mich, obwohl ich vor den Bundfalten ein wenig Angst hatte, wenn man einen weich fallenden Stoff hat, tragen sie aber nicht so sehr auf. Außerdem hat der Schnitt gleich Überlänge, ich musste also NICHTS ändern am Schnitt. Der Hohe Bund macht eine schöne Taille (und hält bei kühlem Wetter die Nierchen warm). Was will frau mehr? Die Hose ist die Nummer 127 aus der burda style 07/2010. An alle großen Mädels: Ran an diese Hose! Sehr cool und mit einer Prise Retro. Und – Nein! Die Schluppenbluse werde ich mir dazu nicht machen. Ich würde darin aussehen, als hätte ich im Fundus von Queen Mum gewildert.

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Keep calm and spin some yarn

Catherine hat in ihrem Blog geschrieben, sie habe in der letzten Zeit viel gestrickt, um ihre Nerven zu beruhigen. Ich kann ihr das gut nachfühlen. Ich habe sogar deshalb mit dem Stricken begonnen damals, in einer ziemlich nervenaufreibenden und stressigen Phase im Job. Inzwischen weiß ich aber etwas, dass die Nerven noch weit besser beruhigt. Nahiiin! Was denkt ihr denn schon wieder!? Ich meine weder alkoholische Getränke noch Unmengen von Schokolade. Ich meine das gemütliche Schnurren eines Spinnrades. Es ist wirklich wie das Eintauchen in eine andere Zeit, denn an der Technik hat sich in den vielen vielen Jahren kaum etwas geändert. Zugegebenermaßen sehen moderne Spinnräder etwas anders aus. Das Schwungrad ist kugelgelagert und sie sind viel feiner einzustellen, aber im Grunde ist sonst alles gleich. Das was man mit den Händen dabei tut sowieso. Heute Abend kam mein geliebtes aber leider lange vernachlässigtes Schacht “Matchless” mal wieder zum Einsatz. Es hat mir die lange Abstinenz nicht übel genommen sondern schön brav geschnurrt. P1010609 Es gab allerdings auch besonders leckeres “Futter”. Maulbeerseide und feinstes Merino von Ashford in der Farbe “Mulberry”. “Wer kann dazu schon nein sagen?” Fällt mir da doch glatt der Spruch aus der Werbung ein. P1010613 Und weil’s so schön ist, noch das typische “Spulenfoto” zum Schluss: P1010606 Ähm ja. Das Garn ist tatsächlich für ein bestimmtes Projekt. Aber fragt so vielleicht in ein oder zwei Jahren noch mal danach, wenn eine zweite Spule voll und alles verzwirnt ist. *hüstel* Aber ansonsten liebe Kreativen und Handmacher(innen): – sucht euch jemanden, der euch diese alte Technik beibringt. Es wäre so schade, wenn dieses alte Handwerk ausstürbe, weil es niemanden mehr gibt, der es kann und der es weitergibt. Das Spinnen war, wie das Weben einst, eine absolute Grundnotwendigkeit um überhaupt Kleidung herstellen zu können. Viele Spinnerinnen geben Ihr Wissen sehr gerne und oft sogar kostenlos weiter, einfach weil sie gerne möchten, dass möglichst Viele es erlernen und ebenfalls weitergeben. Ihr habt anschließend nicht nur absolut einmaliges, selbst hergestelltes Garn, sondern auch prima entspannte Nerven (zumindest dann, wenn ihr den Dreh mal raus habt) und außerdem die absolut unbezahlbare Chance, euch einmal wie eine Märchenprinzessin zu fühlen. – Auch wenn bei Dornröschen das Vergnügen zugegebenermaßen ziemlich kurz war und sie außerdem offenbar eher mit einer Handspindel gewerkelt hat, denn mit einem Spinnrad – aber das ist ein anderes Thema. Also los!

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Quetschemaffins

… wie der eingefleischte Hesse sagen würde oder Zwetschgenmuffins für die weniger ebbelwoiaffinen Mitleser gibt es zum heutigen Sonntagssüß   P1010594   Und weil das Rezept diesmal nicht aus einem Buch ist, sondern ich es quasi während des Backens selbst ausgedacht habe, kann ich es auch diesmal getrost verraten: Vorher: Aus Backpapier 12 – 12 x 12 cm große Quadrate für die Vertiefungen im Muffinblech zuschneiden. Hefeteig aus: 150 ml Milch
60 g Butter
1/2 Würfel Hefe
50 g Zucker
300 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz machen und gehen lassen. Inzwischen 1 Becher saure Sahne
1 Ei
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
etwas gemahlene Vanille verrühren und 24 Zwetschgen (oder Pflaumen) halbieren, entsteinen und oben einschneiden. Den fertig gegangenen Teig in 12 gleich große Stücke aufteilen und jeweils auf einem Backpapierstück ausrollen. Das Ganze kommt dann in eine Muffinvertiefung, ca. 1 1/2 EL von der Creme rein und 4 Zwetschgen- oder Pflaumenhälften hineinstellen. Dann kommt noch die Kür: 1 EL Mascobadozucker (anderer brauner Zucker geht auch)
1 TL Zimt
etwas gemahlene Nelken und eine Messerspitze Macisblüte verrühren. Mit einem Teelöffel auf den Muffins verteilen und dann alle noch mit gehackten Mandeln bestreuen. Eigentlich wollte ich dafür Pinienkerne nehmen, aber die gehackten Mandeln waren gerade noch da. Ähm …. wie sie schmecken? Äh …. keine Ahnung …. hab noch nicht probiert. Okay, mach ich mal schnell. Nicht, dass es noch heißt, ich poste hier Rezepte, ohne sie vorher im Selbstversuch getestet zu haben. Moment mal  ……… ………………………………………………………………………….. ……………… Alfo ……….alfo  ………. if finde fie pfiemlif lecker ……….. biffm mehr Pfukker auf die Pfwefgn aber fonft feeeer lecker

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Neuzugang im Bücherschrank

  Seit heute ergänzt dieses Buch meine “Nähbibliothek”, und damit hoffentlich auch mein Wissen um die Schnitterstellung image Und das kam so: Auf dem Blog von Colette Patterns gibt es einen kostenlosen Download für ein an sich wirklich hübsches Top; das Sorbetto-Top. Obwohl ich eigentlich noch immer auf der Suche nach schönen Oberteilen war, hat mich der Schnitt nicht so sehr gereizt und zwar deshalb, weil er ärmellos ist. Das mag ich nicht so besonders, weil ich finde, dass es die Oberteile oft “kastig” aussehen lässt und ich finde, dass ein kleiner Ärmel alles irgendwie angezogener wirken lässt. Aber es gibt natürlich Menschen, die sind so clever und machen sich dann eben einfach einen Ärmel dazu. Razdifaz mal einen Ärmel “gedrafted” und fertig ist der Lack. Hier könnt ihr euch das Ärmelchen übrigens herunterladen – ich habe allerdings leider gar keine Ahnung, zu welcher Größe er konstruiert wurde. Ich habe eine 10 genäht und bei mir hat es zufälligerweise prima gepasst. Aber wer mich kennt, kennt auch meinen Reflex dazu: “Hey wie cool, das will ich auch können!” Natürlich kann ich noch keine Details zu dem Buch berichten und ob das alles wirklich gut funktioniert aber ich kann schon mal sagen, dass die optische Aufbereitung sehr übersichtlich, gut verständlich und irgendwie “einleuchtend” ist. Ich habe zumindest vom ersten Anschauen, das Gefühl, zu verstehen, wie das alles prinzipiell funktioniert. Bücher zum Thema Schnittkonstruktion sind ja des Öfteren den Fachleuten vorbehalten und kosten zum Teil Unsummen. Dieses Buch richtet sich aber ausdrücklich auch an Laien – also solche wie mich und bietet auf knapp 230 Seiten wirklich einiges zum Herumtüfteln. Am besten klickt ihr auf das Cover und schaut selbst mal rein. Ein Foto vom fertigen Sorbetto MIT Ärmeln gibt es selbstverständlich auch noch, ich muss Mathilde nur erst umziehen.

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