Mixed Media – ein wenig Wutzerei muss sein

Als mich der Christophorus Verlag fragte, ob ich Lust hätte ein Buch zum Thema „Mixed Media“ samt Material von Marabu zu testen, habe ich mich wirklich sehr gefreut. Das lag zum einen daran, dass mein Interesse an dem Thema gerade erwacht war – und zum anderen daran, dass ich eigentlich in der perfekten Zielgruppe für einen solchen Test bin. Neugierig aber ziemlich ahnungslos.

Um es gleich vorweg zu sagen: Sowohl das Buch von Daniela Schoch, als auch das Material aus der neuen Mixed-Media-Serie von Marabu sind ein prima Ausgangspunkt für Leute wie mich! Trotzdem hat es eine Weile gedauert, bis ich euch heute meine fertige Seite zeigen kann und das muss ich vielleicht ganz kurz erklären: das Buch von Daniela Schoch zeigt verschiedene Mixed Media-Techniken am Beispiel eines Travel-Journals. Im Buch selbst werden viele, ganz unterschiedliche Projekte beschrieben und Schritt für Schritt erklärt; Reiseziele auf ganz unterschiedliche Art und mit verschiedensten Materialien zum Leben erweckt. Eine Weltreise in Mixed Media.

P1010158

Der Plan war also eine Art-Journal-Seite zu einem Kurztrip zu gestalten, den ich vor kurzem mit meinem kleinen Sohn gemacht habe. Wir haben „den Papa“ auf Geschäftsreise besucht und ein verlängertes Wochenende dort verbringen können. … Wir waren in Paris. Ziemlich genau 14 Tage vor den schrecklichen Anschlägen dort. – Und ganz plötzlich wird das Bild, dass man sich von dieser Stadt im Kopf gemalt hat ein ganz anderes – und es kann auch auf dem Papier nicht mehr das werden, was es zuvor noch hätte sein sollen.

Ich habe ziemlich lange darauf herumgedacht und gezögert, wusste nicht mehr so recht, was ich tun sollte. Kann ich das trotzdem? Wie soll das Paris-Bild jetzt aussehen? Irgendwann fiel mein Blick auf eine uralte Bleistiftzeichnung von mir, die ich an eine Bilderleiste in meinem Bastelzimmer gepinnt hatte, um mich zum weiterüben zu motivieren. Und plötzlich war mein Paris-Bild wieder da, anders jetzt aber mit viel Hoffnung. Wie es jetzt aussieht und wie es entstand werdet ihr gleich sehen und mehr mag ich dazu gar nicht sagen. Es soll jeder sein eigenes Paris-Bild im Kopf und im Herzen haben.

Nach diesem Ausflug zur Geschichte des Bildes noch ein paar Worte zum Buch von Daniela Schoch: Dort lernt ihr sehr viel über eben jene Materialien, die einen zu Beginn der ganzen Sache noch ein wenig schrecken. Da gibt es die verschiedensten Pasten, Farben, Sprays, Stifte, Schablonen und sogar Malrollen. Erst mal steht man da und hat nicht den blassesten Schimmer, wofür all diese Dinge benutz werden und was man damit so anstellen kann. Hier helfen auch die Schritt für Schritt erklärten Projekte. Wer sich also noch nicht traut einfach so loszulegen, wird hier an die Hand genommen – learning by doing.

P1010156

Ihr werdet ganz schnell feststellen: Das ist genau das, was  Mixed Media so faszinierend macht! Die Vielfalt der Materialien, die schier unendlichen Kombinationsmöglichkeiten und das es kein Richtig und kein Falsch gibt. Im „Reisepaket“ von Marabu befanden sich unheimlich viele tolle und spannende Materialien. Acryl-Farbsprays, Acry-Mousse, Acryl-Pasten in gold und silber und sogar eine mit einer sandartigen Struktur. Gelwachsstifte, die mit Wasser vermalt werden können, ein prima Gesso-Pinsel, den ich sicher noch oft benutzen werde und und und. Es war toll so aus dem vollen schöpfen zu können und doch ist es so faszinierend, so viele verschiedene Materialen zu kombinieren, das sogar noch Einiges aus meinem Fundus hinzugenommen habe, Inktense-Blocks von Derwent zum Beispiel, Stempel und sogar Buntstifte.

P1010161

Mit im Paket war auch ein Art-Journal mit Ringbindung. Dies habe ich für dieses Bild allerdings nicht verwendet, zum einen, weil das Format nicht dafür gepasst hat und weil ich schon ein Journal von Marabu zuhause und bereits angefangen hatte. (Ihr wisst schon – die Lehre aus der Geschichte mit dem Moleskine Skizzenbuch.) Die Seiten sind bereits mit Gesso bepinselt und man sieht zwei meiner Lieblingsmaterialien. Die Farbsprays und die goldene Acrylpaste. Die ist wirklich der Hammer! Sehr golden, sehr metallisch, sehr fein. Und die Ästheten unter euch mögen bitte die scheußlich Wachstuch-Tischdecke im Hintergrund entschuldigen: Sie ist nicht hübsch aber äußerst praktisch und es ist wirklich ratsam den Arbeitsbereich abzudecken, es sei denn, ihr möchtet euren Tisch auch gleich mitgestalten.

P1010162

Hier das Material, das ich aufgeklebt habe: Zwei Metrotickets, die ich immer noch in der Jackentasche hatte, eine Fotokopie meiner Zeichnung (das Original wollte ich nicht verwenden) und eine historische Postkarte des Eiffelturms von The Graphics Fairy, einfach mit dem Farbdrucker ausgedruckt.

P1010165

Ungefähr so sah der Hintergrund aus, bevor ich die ersten Elemente aufgeklebt hatte. Oben rechts seht ihr die wunderbare goldene Acrylpaste in die ich mit einer Musterwalze das Ornament gedrückt habe, anschließend habe ich die Walze untendrunter gerade noch mal abgerollt. Das Zackenmuster entstand mit der Schablone und das links sind die Art Sprays – einfach übereinandergesprüht, mit den Fingern verwischt und etwas verlaufen lassen.

Angst vor etwas Wutzerei sollte man bei solchen Aktionen nicht haben. Für jemanden, der viel Näht und sonst eher …. akkurat arbeitet, kostet das ein wenig Überwindung aber genau das, war irgendwie befreiend. Ein Zeichen dafür ist auch, dass anschließend die Pferde mit mir durchgeganen sind. Ich habe mich so sehr von dem Prozess und den Materialien gefangen nehmen lassen, dass ich ganz vergessen habe, Fotos von weiteren Zwischenschritten zu machen und ich habe keine Ahnung mehr, was ich alles benutzt habe. Aber ist nicht genau das Sinn der Sache? Ich finde ja! Genau das ist, was für mich Mixed Media ausmacht. Ich kann für mich also nur sagen: Experiment gelungen!

Wenn ihr Lust auf Buch und Materialien bekommen habt hier noch ein paar Infos:

9783862303328_coversim_72dp

Daniela Schoch
Travel Journal – Mein Reisealbum in Mixed Media
ISBN 978-3-86230-332-8
14,99 €
Christophorus-Verlag
Hier im Buch blättern.

Die neuen Materialien von Marabu könnt ihr euch hier ansehen.
Eine wirklich tolle Auswahl an verschiedensten Produkten, die bezahlbar und wirklich gut sind. Probiert unbedingt mal die Art Crayons aus … und die Sprays und auf jeden Fall die metallischen Pasten … und …..

Herzlichen Dank noch einmal an den Christophorus-Verlag und an Marabu für Buch und Materialien. Das kam genau zur rechten Zeit, sonst hätte es kein Paris-Bild gegeben.

Und hier das Endergebis meines zweiten aber ganz bestimmt nicht letzten Mixed-Media-Abenteuers:

P1010169

twittergoogle_pluspinterestmailby feather

Helene & Zita … und wie es weiterging

Dieser Beitrag ist schon lange überfällig aber nicht vergessen und aus aktuellem Anlass zeige ich euch heute, wie es mit dem Phototransferbild meiner Großtante und ihrer besten Freundin weiterging. Hier kommt ihr zum ursprünglichen Post. Dort habe ich euch gezeigt, wie man mit Paketklebeband ein Phototransfer anfertigen kann.

Ich muss zugeben, dass es mir nicht so ganz leicht gefallen ist, meine Komfortzone zu verlassen und mich ein wenig in den Bereich „Mixed Media“ vorzuwagen. So gut wie fast alle Techniken und Materialien sind für mich total ungewohnt. „Was zur Hölle ist Gesso? Hilfe, ich kann nicht malen! Meine Güte, dass ist eine ganz schöne Wutzerei! Herrgott, noch mehr Kram im Arbeitszimmer!?“ …  Ihr könnt es euch vorstellen, oder? Das Gemeckere in meinem Kopf kam allerdings nicht gegen die Neugierde an und spätestens, nachdem ich einige faszinierende Videos auf YouTube gesehen hatte, konnte ich meine Finger auch nicht mehr von den Farben, Pinseln, Pasten und Schablonen lassen.

So kam es, dass die beiden Damen in einem Moleskine Sizzenbuch landeten und weil meine Großtante eine leidenschaftliche Gärtnerin war, war das Drumherum dann auch irgendwie klar.

Helene&Zita

Ich muss gestehen, dass ich es unheimlich schwierig fand, diese Doppelseite zu fotografieren. Leider kommen die Farben nicht so gut raus, wie ich es mir gewünscht hätte. In Natura sind sie deutlich vergilbter. Die Blüten sind übrigens aus Pappe und mit Rostfarbe bemalt und weil ich fand, dass die Rostfarbe nicht so ganz wirklich nach Rost aussah, habe ich daran mit türkisfarbenem Gelstift und Metallicfarbe herumexperimentiert.

Ich war am Ende und für meinen ersten Versuch wirklich zufrieden. Leider ist mir bei der Folgeseite dann etwas Farbe durchgesickert und hat mir das Bild ein wenig verdorben aber: Lektion gelernt: So ein Skizzenbuch hat vermutlich doch etwas zu dünne Seiten, lieber ein Art Journal verwenden. Oder so viel Gesso, dass die Seiten bretthart werden. Jetzt weiß ich nämlich auch, was das ist. 😉

Nicht ohne Grund habe ich die Geschichte mit den beiden Ladys heute nachgeholt, denn bald gibt es hier noch ein klein wenig mehr zum Thema Mixed Media für Neueinsteiger. Zu verdanken habe ich das dem Christophorus-Verlag und der Firma Marabu, aber dazu ein andermal mehr.

Ach und noch was: Der Kaffeetassenrand oben links … das ist WIRKLICH eine Schablone! 😉

twittergoogle_pluspinterestmailby feather